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James Dean. Der Roman von Rainer Schnurre

Wer war James Dean? Wer glaubt, in den "Gesprächen mit James Dean" etwas Neues über den Menschen James Dean zu erfahren, kommt nicht auf seine Kosten. Denn es gibt eigentlich nichts Neues zu James Dean zu sagen, was nicht schon an vielen Stellen gesagt wurde. Stattdessen erfahren wir viel über die Einweihung des Autors David. Oder Schnurre? So ganz deutlich wird es nicht, wer jetzt eigentlich wer ist, zu verschwommen sind die Konturen der Beteiligten, wie man sowieso das Gefühl hat, das da so einiges durcheinandergeht.  
Einerseits ist dieses Buch eine Ansammlung von Aufforderungen zum Thema: Erkenne dich selbst. Andererseits, und das macht dieses Buch für mich zu einem Ärgernis, werden alle großen und kleinen Probleme dieser Welt, von der Nutzlosigkeit amerikanischer Seifen-Opern bis zu den Menschenrechten, in diesem Buch abgehandelt. Einem Menschen wie James Dean, der in der Tat wie kaum jemand nach ihm die Authentizität verkörperte, die einen Schau-Spieler erst zu einem Künstler macht, wird dieses Buch nicht gerecht. Aber darum geht es wohl auch nicht. Denn es geht um Höheres, es geht um die Schauspielkunst. Die nämlich muss herhalten, um die Weltsicht des Autors darzulegen. Die Forderung, den Gedanken von Reinkarnation jetzt mal so richtig kräftig zu denken und die Möglichkeit, mit verstorbenen Seelen in Kontakt zu kommen, ist allerdings leider zu deutlich als ein "du musst, damit du weiterkommst" Zeigefinger zu erkennen, um den Leser frei seine eigenen Schlüsse ziehen zu lassen. Und dazu passt die aufgesetzte Lustigkeit nicht, die zuweilen etwas platt daherkommt. Die "Einsichten" des Autors, die nicht unbedingt falsch sein müssen, die allerdings in diesem Kontext nichts wirklich Wichtiges zu sagen haben, trübten mein "Lesevergnügen" gewaltig, aber wie gesagt, es geht auch nicht um Lesespass.
Offensichtlich wird dieser Anspruch aber auch nicht erhoben. Denn insgesamt finde ich das Buch etwas oberflächlich gestaltet, und was die grafischen Abbildungen mit dem Text zu tun haben sollen, bleibt dem Leser verborgen. Aus einem "Idol" wird auch schon mal ein "Idiot", ein Flüchtigkeitsfehler sicherlich, aber doch einer, der zu dem manchmal doch etwas krausen Inhalt passt. Ein etwas umsichtigeres Lektorat hätte dort vielleicht noch etwas retten können.
Ein bisschen aber auch scheint mir dieses Buch der Versuch zu sein, aus der Sehnsucht der Menschen nach Spiritualität Kapital zu schlagen.  

"James Dean. Gespräche mit James Dean. Der Roman von Rainer Schnurre." Verlag Ch. Möllmann, Schloss Hamborn

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