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Adrienne Göhler und Götz Werner: Freiheit - Gleichheit - Grundeinkommen Über ein neues Buch zum Grundeinkommen von Michael Mentzel
Noch ein Buch über das Grundeinkommen? Adrienne Göhler und Götz Werner haben sich "getraut", nach allem, was schon über das Grundeinkommen gedacht, gesagt und geschrieben ist, diesem Thema einen noch breiteren Diskussionsraum zu eröffnen, als wir ihn bisher von Vertretern dieser Idee erleben konnten. Die Autoren sind Zeitgenossinnen und -genossen, deren Biographien dem Gesagten die Tiefe und die Glaubwürdigkeit verleihen können, um dieser Idee die - notwendige und vor allem solide - Grundlage zu verschaffen. Erfolgreicher Unternehmer der eine; ehemalige Hochschulpräsidentin, ausgewiesene Fachfrau für kulturelle Fragen, Wissenschaft und Forschung die andere.
Freiheit, Gleichheit, Grundeinkommen. Welche Veränderungen ergäben sich in den verschiedenen Bereichen unserer Gesellschaft von der Bildung über die Gesundheit bis zur Ökonomie? Aus unterschiedlichen Ansätzen und Erfahrungsfeldern beschriebene Fragestellungen fließen zusammen in die eine Frage: "was wäre, wenn die Existenz eines jeden Bürgers garantiert und bedingungslos durch ein existenzsicherndes Grundeinkommen gesichert wäre?" Durchaus selbstbewusst gehen die beiden Autoren davon aus, "das die humanistischen Ideale der Aufklärung, die sich in der französischen Revolution erstmals manifestierten und bis heute die Grundlage unseres europäischen Selbstverständnisses bilden, erst durch das bedingungslose Grundeinkommen eingelöst würden."
Die Idee eines Grundeinkommens beschäftigt fortschrittliche Geister schon lange. Bereits seit dem 16. Jahrhundert wurde in England, Belgien und Frankreich von Sozialreformern immer wieder einmal die Idee eines "Grundeinkommens" bewegt, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts befürwortete der britische Ökonom John Stuart Mill "ein bedingungsloses Grundeinkommen, das für ihn die logische Konsquenz des menschlichen Freiheitsstrebens darstellte." In Deutschland, so die Autoren, begann die öffentliche Diskussion in den 1980 Jahren, zwar hätten die Grünen seinerzeit (1979) das bedingungslose Grundeinkommen in ihr Gründungsprogramm geschrieben, es "danach aber zum Verschwinden gebracht, die katholische Sozialethik postulierte es schon lange und stellt immer wieder die Finanzierbarkeit fest." Wirkungen auf Institutionen oder Parteien seien davon allerdings nicht ausgegangen. Man glaubt es gern, zumal, wenn man hört, was - via Talkshows und ähnlichen Veranstaltungen - mit ganz wenigen Ausnahmen in den jeweiligen Parteizentralen über das Grundeinkommen gedacht wird.
Die Diskussionen über das Grundeinkommen aber seien "seit kurzer Zeit" "quer durch die Gesellschaft" verstärkt zu vernehmen und jetzt seien es "StudentInnen und Wohlhabende, Beamte und vom Hartz IV-Dasein gezeichnete, gutausgebildete AkademikerInnen mit und ohne Erwerbsarbeit und Menschen aus sozialen und kirchlichen Bewegungen", die der Diskussion über ein bedingungsloses Grundeinkommen "erfrischende Debatten" bescheren.
Konstatiert wird eine "wachsende Begeisterung (..) quer durch Europa und rund um den Globus". Die Politk aber spräche "über all das nicht, was zu einem wachsenden Vertrauensverlust in die Fähigkeiten der Regierungen führt." In den Fraktionen werde zwar hin und wieder "lauwarm" über das Grundeinkommen diskutiert, manchmal werde es sogar auf die Tagesordungen von Parteitagen gesetzt, allerdings, so die Autoren, an "sehr unprominenter Stelle."
Von der historischen Entwicklung der Idee des Grundeinkommens bis zur aktuellen Planung des Pilotprojektes der Breuninger-Stiftung ermöglicht das Buch mit seinen 13 Kapiteln und über 250 Seiten einen umfassenden Überblick über alle Aspekte unserer heutigen Gesellschaft und wie diese durch ein Grundeinkommen tatsächlich verändert und zu einer neuen Ausgestaltung kommen könnten. Es ist eine Reise durch vertraute Welten, die dem Leser in diesem Buch angeboten wird und wer an dieser Reise teilnehmen möchte, wird unschwer feststellen, dass die Frage nach der Menschenwürde des Einzelnen bisher noch nicht den gebührenden Platz in unserer Gesellschaft eingenommen hat. Was in Reden oder in den Diskussionen über das Grundeinkommen zumeist nur angerissen werden kann, in diesem Buch wird es akribisch, - dabei immer verständlich - aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet und hinterfragt.
Es werden Bedenken und Einwände gegen das Grundeinkommen dargestellt und einmal mehr wird der Mythos Vollbeschäftigung und die Interessenlagen von Politik und Wirtschaft, aber auch der Gewerkschaften einer genauen Betrachtung unterzogen: "Ohne die Fiktion 'Wir kümmern uns für euch darum, das Ziel Vollbeschäftigung zu erreichen', drohen sie in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden." Bei der Wirtschaft sei es eine "nüchterne Kalkulation: Wenn mehr Menschen arbeiten wollen und müssen, als es Arbeitsplätze gibt, kann sie aus dieser 'industriellen Reservearmee' die besten, aber auch die gefügigsten Kräfte zu günstigen Preisen einkaufen. Unternehmen haben also kein Interesse an realer Vollbeschäftigung, aber am Fortbestehen ihres Mythos."
Für die Betroffenen aber hat die "Illusion der Vollbeschäftigung" oft auch gesundheitliche Folgen. Die Autoren berichten von Studien und Forschungen, die sich mit den Auswirkungen von Arbeitslosigkeit auf die Gesundheit beschäftigt hätten: "Ein Wechsel von Erwerbsstatus und Arbeitslosigkeit führt häufig zu einer Verschlechterung der psychischen Gesundheit; umgekehrt verbessert sich die seelische Befindlichkeit deutlich, wenn Arbeitslose zurück ins Erwerbsleben finden."
Ein weiteres Kapitel beschäftigt sich mit dem Thema Bildung und Hochschule und darin den Auswirkungen des Pisa-Schocks im Jahre 2000; die beiden Autoren kommen zu dem Schluss, dass sich durch ein Grundeinkommen "die Chance auf schulische Vielfalt deutliche erhöhen (würde)". Deutschland hätte zwei Probleme, es würden zuwenige Kinder geboren und "erschreckend viele" dieser wenigen, fielen in Armut: "Kindern von Hartz IV-Empfägern stehen täglich drei Euro zur Verfügung - für alles. Das schwarz-gelbe Sparpaket der Bunderegierung sendet das Signal aus, lieber keine Kinder zu bekommen, es sei denn, man habe einen festen Job."
Eingehende Betrachtungen werden für den Bereich Forschung und Lehre angestellt, es wird der Bologna-Prozess und die Auswirkungen auf die Studierenden betrachtet. Diese litten durch das Modulsystem unter Überforderung und Stress - und müssten obendrein für dieses industrialisierte Bildungsangebot auch noch Studiengebühren bezahlen. Die Hochschulen seien "seit der Einführung von Bologna ausschließlich mit sich selbst beschäftigt. Es grenzt an Selbstnarkotisierung. Sie evaluieren sich zu Tode."
Was ein Grundeinkommen für Alle auch an dieser Stelle bedeuten würde, müssen wir im Rahmen dieser Besprechung sicher nicht näher erläutern.
Das 10. Kapitel, "Sozialstaat im Wandel- Gesellschaft im Fluss", liefert einen Exkurs über die Entwicklung des "Generationenvertrags", die Bismarck´schen Sozialgesetze in Deutschland gegen Ende des 19.Jahrhunderts, die sich im Laufe der Jahrzehnte zum Modell auch für andere Länder entwickelte. Interessant dabei: "Es ist in den Geschichtsbüchern nicht vermerkt, dass Menschen wegen dieser Sozialgesetzgebung plötzlich aus allen Ländern nach Deutschland geströmt wären, nur um in deren Genuss zu kommen. (...) Daran erinnern wir (..)gelegentlich, wenn die Frage auftaucht, ob denn 'alle zu uns kommen' würden, wenn es das Grundeinkommen gebe?" Durch die Einführung des Grundeinkommens, so Göhler und Werner, würde "kein einziges Politikfeld ersetzt: keine Flüchtlings-, keine Friedens-, keine Klimapolitik. Aber seine Einführung würde Politikfelder inhaltlich anders konturieren und strukturieren."
Mit einem Grundeinkommen, so die Einschätzung der Autoren, käme man aus dem "demographischen Dilemma" heraus, denn "wir leben in einem Zwischenraum: Wir werden nicht mehr genügend vom Vater Staat versorgt und können noch nicht andere - eigene - Wege beschreiten. Uns fehlen noch die Voraussetzungen, uns zwischen Fürsorge und Selbstorganistion bewegen zu können." Es sei "leicht vorstellbar", wie sich durch ein Grundeinkommen "die zäh verhandelten Fragen zu Kindergartenplätzen, Bildung und Ausbildung ändern würden. (...) Es könnte endlich darum gehen, den Freiheitsraum von Kindern und Müttern und Vätern gleichermaßen zu stärken."
Im Folgenden werden dann noch die Fragen der Rentenproblematik, des Rollenverständnisses zwischen Frauen und Männern, die "Institution Ehe in der Single-Gesellschaft" sowie die "Familie" im Zeichen des Grundeinkommens behandelt. Es wird Bezug genommen auf ein Buch zu Grundsicherungmodellen des Autors Joachim Mischke, der diagnostiziert, es gebe eine "gigantische Sozialbürokratie, die mit 38 unterschiedlichen Arten von Behörden und Quasibehörden 155 steuer- und beitragsfinanzierte Sozialleistungen verwaltet". Dies wird von Adrienne Göhler - wie ich finde - sehr treffend bezeichnet, nämlich mit "tote Arbeit, die auf der Seele der Republik lastet". Diese "tote Arbeit" aber würde verhindern, "dass wir andere Wege beschreiten können, weil sie die Energien im Falschen bindet."
Es mag sein, dass viele der Hintergrundinformationen auch an anderen Stellen verfügbar und bereits Gegenstand von Publikationen sind. So wurde zum Beispiel in den unterschiedlichsten Medien bereits über die Entwicklung der Grundeinkommensidee in Namibia oder Brasilien berichtet. Dieses Buch widmet dem Thema ein eigenes Kapitel (11) unter dem Titel "Es funktioniert - Grundeinkommen in Namibia und andernorts", beschreibt Intiativen vor Ort und nennt Organisationen und Namen. Entwicklungsland Afrika? "Während Deutschland einst Idee und Handlungsansätze seines Sozialstaatsmodells exportiert hat, bedarf es heute (...) eher des Imports von Ideen und Modellen nach Deutschland." Wir erfahren im folgenden etwas über die Vorläufer eines Grundeinkommens in Bangladesh und Sambia, es wird berichtet über das Grundeinkommen in Brasilien und Namibia und es wird erläutert, was es mit der "BIG-Koalition" auf sich hat. BIG steht für das Pilotprojekt "Basic Income Grant". Adrienne Göhler war im Februar 2010 mit einem Fotografen vor Ort in Namibia und schildert reportageartig ihre persönlichen Erfahrungen, die sie in vielen Gesprächen und Begegnungen sammeln konnte. Es ist übrigens das einzige bebilderte Kapitel in diesem Buch.
Für viele LeserInnen wird das 12. Kapitel wohl eines der wichtigsten sein, weil es die Frage nach der Finanzierung behandelt. An dieser Stelle heißt es: "Hier trennen sich kurzzeitig die Wege der beiden Autoren. Während Götz Werner das Konsumsteuermodell für die Möglichkeit hält, nicht nur das Grundeinkommen zu finanzieren, sondern mehr Gerechtigkeit zu schaffen, kann und will sich Adrienne Göhler auf diese Finanzierungsart nicht festlegen." Sie fordert ein "vorgelagertes Modellprojekt" und dessen interdisziplinäre wissenschaftliche Begleitung. Es käme vor allem aber darauf an, "die sozialen, ökonomischen und psychischen Herausforderungen, die ein Grundeinkommen bedeutet, in einem offenen Prozess zu verstehen und nachvollziehbar zu machen." Und es sei auf die Einhaltung der vier Kriterien für ein bedingungsloses Grundeinkommens zu achten. Danach soll ein Grundeinkommen "die Existenz sichern und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen", einen "individuellen Rechtsanspruch darstellen", d. h. es müsse an jeden ausgezahlt werden, es müsse "ohne Bedürftigkeitsprüfung ausgezahlt werden" und es dürfe "keinen Zwang zur Arbeit bedeuten".
Im folgenden werden dann "Vier Wege zum Grundeinkommen" betrachtet: Zum einen "das Modellprojekt", wie es auch im Pilotprojekt der Breuninger-Stiftung zu finden ist, dann die "Methode der kleinen Schritte", was eine schrittweise Einführung bedeute, die zu Beginn nicht existenzsichernd sein müsste. Des weiteren die "Wellenmethode" in Anknüpfung an das heutige Transfermodell und Ausstattung einzelner Bevölkerungsgruppen mit dem Grundeinkommen, z. B. Kinder und alte Menschen, sowie "eine konsequente Negative Einkommensteuer", wie sie der Ökonom Milton Friedman 1962 für die USA vorgeschlagen hatte.
Die von Götz Werner präferierte Konsumsteuerlösung nimmt einen weiteren Bereich dieses Kapitels ein, nach Götz Werner "gehören Grundeinkommen und Konsumsteuer unbedingt zusammen: Mit dem Grundeinkommen lassen wir die Menschen in Ruhe arbeiten, frei von Existenzangst. Mit der Konsumbesteuerung lassen wir das Kapital in Ruhe arbeiten, frei von Zugriffen, bevor die Wertschöpfung in konsumfähigen Leistungen für die Gesellschaft zu einem Abschluss gekommen ist." Die Konsumsteuer, so Götz Werner, schaffe "Transparenz" und "Gerechtigkeit", hätte "Initialwirkung" und würde vom "Ballast der Finanzierungsfrage" befreien.
1.000 Euro für jeden! Das Buch liefert keine schnellen Antworten, aber es lädt zum Mitdenken ein und es ist davon auszugehen, dass sich durch das umfangreiche Hintergrundmaterial bei den LeserInnen, wenn sie sich darauf einlassen, ein ganzes Bild ergeben wird, was bei der Komplexität des Themas auf jeden Fall wünschenswert ist. Die Fülle der Beispiele ist beachtlich, dabei wird nicht theoretisch argumentiert, sondern das Gesagte wird immer wieder anhand konkreter Beispiele erläutert.
Den beiden Autoren Adrienne Göhler und Götz Werner ist es gelungen, die vielen Einzelaspekte des Grundeinkommens und ihren eigenen Erfahrungen, Gedanken und Betrachtungen zu einem Ganzen zusammen zu fügen, und den interessierten LeserInnen somit eine fundierte Basis für die eigene Beschäftigung mit der Idee des Grundeinkommens zur Verfügung zu stellen. Das Buch legt die Problematik, die Chancen und Möglichkeiten des Grundeinkommens für alle deutlich und verständlich offen und stellt somit nicht nur eine Fundgrube für potentielle Grundeinkommens-Befürworter dar, sondern auch der Skeptiker wird sich nach meiner Auffassung vielen der dargelegten Argumente nicht verschließen können. Diesem Buch ist eine weite Verbreitung sehr zu wünschen.
Prof. Götz W. Werner, Adrienne Goehler 1.000 Euro für jeden Freiheit. Gleichheit. Grundeinkommen Econ-Verlag 272 Seiten, € 18,00
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nur schade, dass es keine Partei gibt, die das bedingungslose Grundeinkommen fest im Wahlprogramm verankert hat - gäbe es eine solche Partei, dann hätten wir - das Wahlvolk - bei der nächsten Wahl eine Alternative
Natürlich gibt es diese Partei: DIE LINKE hat das definitiv im Programm. Es gibt dazu auch eine von Katja Kiping geleitete Bundesarbeitsgruppe der Partei. Näheres findet sich hier: www.katja-kipping.de/topic/16.dossiers.html?tcid=1
Die Bundesarbeitsgemeinschaft Grundeinkommen DieLinke hat auch ein Konzept www.die-linke-grundeinkommen.de/WordPress/
und der Flyer in Kurzform
Herzlichen Gruss
Ralf Engelke Bundeschatzmeister
BAG BGE Die Linke
Natürlich gibt es eine Partei,die nun vollständig darauf aufbaut,es ist die ddp,die Deutsche Demokratische Partei www.ddp-partei.de ,habe mir da einen Mitgliedsantrag heruntergeladen und schicke den morgen ab,da ich diese Partei im Moment als einzige gute Alternative für die Zukunft sehe.
Nehmen wir nur die Ausweitung a der Konsumsteuer(Mehrwertsteuer) als Beispiel. Sobald eine Partei sich daran machen würde diese zu erhöhen und die Einkommensteuer zu verringern würden sich alle insbesondere Linke auf sie stürzen, weil das sozial ungerecht ist.
Das Konzept Werners finde ich auch sehr spannend, aber ich bin sehr skeptisch solche Veränderungen von heute auf Morgen einführen zu wollen. Ich glaube der besondere Wert liegt darin das seine einzelnen Bestandteile auch eigenständig funktionieren, weshalb nichts dagegen spricht sich auf einen Weg zur Umsetzung des Konzeptes zu machen.
Solange aber viele meinen es gäbe nur Menschen mit schlechten Absichten auf der Gegnerischen Seite ist es sehr schwer überhaupt über das Thema Solidarität und neue Gesellschaft zu sprechen.
M.E. sollte ein Grundeinkommen nicht ganz bedingungslos an Jeden, egal ob reich oder arm, ausgezahlt werden.Bei Personen, die andere Einnahmen aus Kapitalerlösen oder aus Lohnarbeit haben , sollte der Anspruch ab einer Freibetragsgrenze (zB.1000 Eur) stufenweise wegfallen.Allerdings sollte wederder heutige Arbeitszwang noch der Zwang seinen Grundbesitz zunächst zu verwerten, als Bedingung für den Bezug beibehalten werden! Auch über die Höhe von 1000 Eur lässt sich streiten.800 Eur (inkl. Wohnkostenpauschale + Krankenvers.)wären schon ein enormer Fortschritt.
Zur Finanzierung wäre eine stärkere Staffelung der Mehrwertsteuer denkbar:Hohe Mehrwertsteuer auf Luxusgüter, mittelhohe Mwst. auf Güter des gehobenen Bedarfs (muss noch definiert werden), niedrige Mwst. auf lebensnotwendige Güter.-
Außerdem könnte der Staat sehr viele andere Sozialausgaben einsparen, wenn vom Arbeitszwang befreite Bürger soziale Aufgaben aus einer echten Motivation heraus übernehemen.
Ich wünsche allen Menschen dieser Erde ein bedingungsloses existenzsicherndes Grundeinkommen. Frieden und Wohlstand und Zufriedenheit für alle Menschen.
Grundeinkommen fühlt sich sehr gut an.
Die Zeit ist jetzt!
So löblich Herr Werners Einsatz für ein BGE (bedingungsloses Grundeinkommen) ist, so platt, verwerflich und unreflektiert ist seine Propaganda für die Konsumsteuerfinanzierung (aller Staatsausgaben!!). Mehr dazu hier: politik-werkstatt.de/Nicht-Programm.htm
Es gibt tausend sinnvollere, einfachere, betrugssicherere Möglichkeiten, ein BGE zu finanzieren. Eine davon, die bisher noch kaum diskutiert wird, ist eine automatische Besteuerung aller Geldtransaktionen - mit einem ganz geringen Steuersatz von deutlich unter 1% - wie sie von dem US-amerikanischen Professor Edgar L. Feige konzipiert wurde, siehe: www.apttax.com
Eine zusätzliche progressive Vermögensbesteuerung wird aber unvermeidlich sein.
Die Linkspartei steht keineswegs hinter einem BGE, das wird sie vermutlich auch niemals tun. Es gibt zwar eine Gruppe in der Partei, die die Idee versucht zu etablieren, diese ist aber nicht als solche wählbar.
Der Landesverband Berlin der Piratenpartei wird auf ihrem Parteitag im September 2010 das Bedingungslose Grundeinkommen in die Satzung definitv aufnehmen.
Ein Meinungsbild über die die revolutionäre Abstimmungsapplikation "Liquid-Feedback" ergab eine Zustimmung von 90%.
Dies wird Signalwirkung für den Bundesparteitag der Piraten im November haben.
Weitere Parteien, die das BGE im Programm haben: Die Violetten, Humanwirtschaftspartei und die PSG sowie einige Rechte Parteien.
Der Deutsche Kapitalismus leidet u.a. unter den Verzerrungen durch die ganzen Regeln zur Sozialsicherung und unter den extrem hohen Grenzabgaben im unteren Einkommensbereich, die den Belohnungseffekt, der eigentlich die treibende Kraft des Kapitalismus sein sollte, zunichte macht.
Um das Thema Grenzabgaben zu veranschaulichen kurz ein Beispiel:
Wann lasse ich mir mein Carport bauen und wann mache ich es selbst?
Ich mache es selbst, wenn es mich günstiger kommt. Es kommt mich günstiger, wenn ich in der Zeit, die ich zum Aufbau bräuchte, selbst mehr verdienen würde, als es mich kosten würde, jemand dafür zu beauftragen. Der, den ich da beauftragen würde, macht das in der Regel schneller und verdient hoffentlich ähnlich viel wie ich. Je höher nun die Abgaben zwischen meinem Einkommen und seinem Einkommen sind, wenn ich ihn beschäftige, desto schneller muss der Professionelle arbeiten können.
Würde er doppelt so schnell arbeiten, so wäre es günstiger, wenn die Grenzabgaben unter 50% lägen. Gerade für die Haushalte in der unteren Einkommenshälfte übersteigen die Grenzverluste aber die 50% weit. Und welcher Handwerker ist schon doppelt so schnell?
Die Verzerrungen der Sozialregeln löst das BGE vorbildlich und bringt den Leuten die Freiheit und Unabhängigkeit, die es braucht, damit Kapitalismus und Entwicklung funktioniert.
Was das BGE nach Werner aber nicht löst, ist das Problem der hohen Grenzabgaben. Sie werden zwar geglättet, aber im Duchschnitt müssen sie steigen. Schließlich muss neben dem, was heute der Staat schon bezahlt, zusätzlich auch das Grundeinkommen an jene rund 70% der Haushalte, die es nicht brauchen, refinanziert werden. Und mit der Steuererhebung gehen immer erhebliche Verluste und Verzerrungen einher. Wenn man davon ausgeht, dass wir heute schon das maximal mögliche Abgabenaufkommen haben, dann wäre die Refinanzierung schlicht nicht möglich! Denn eins sollte man nicht vergessen, wir dürfen auf der Anreiz- und auf der Refinanzierungsseite nie mit saldierten Werten argumentieren! Und das BGE würde das Geld, was durch den Staatshaushalt läuft, dramatisch aufblasen!
Nur wie soll man ein bedingungsloses Grundeinkommen konstruieren, das nur den Bedürftigen zukommt?
Der tradionelle Weg der Bedürftigkeitsprüfung führt gerne selbst wieder zu einem Übergangsbereich mit sehr hohen Grenzabgaben, die es eben zu vermeiden galt.
Das Problem dabei ist doch vor allem das, dass BGE Geld ist. Damit nutzt demjenigen der mehr verdient das BGE genauso. Er kann das BGE zusammen mit seinem Einkommen in die Geldbörse packen und alles zusammen ausgeben. Wäre das BGE irgendetwas, was man nicht auch konsumieren würde, wenn man sich höherwertigeres kaufen würde, dann wäre man wohl schon weiter. Denn dann würde die Mehrzahl der Haushalte das BGE nicht verwenden. Dann müsste es nur noch verfallen und müsste dann auch nicht finanziert werden....
Vielleicht habt Ihr da ja ne gute Idee!
Ich finde den Aspekt einer "quasi"-Gewaltenteilung am interessantesten - der war ja schonmal sehr erfolgreich. Staat, Wirtschaft und Gesellschaft sind unterschiedlich funktionierende Systeme, mit jeweils eigenen Regeln, Interessen usw.
Der derzeitige Konflikt ließe sich mit dem Grundeinkommen auf Konsumsteuerbasis auflösen - allerdings scheint mir eine zusätzliche Vermögenssteuer noch am sinnvollsten, oder?
na klar, ohne sowas würde es keine umverteilung geben, dh. die besitzverhältnisse aus tausenden jahren unrecht würde da eingefroren und dem sich selbst konzentrierenden kapitalmechanismus überlassen werden (der teufel und wo er hinmacht).
deshalb ist die konsumsteuer schon ein guter aber bei weitem nicht ausreichender anfang der veränderung.
werner geht eben davon aus, dass sich jeder in seinem optimum an möglichkeiten verhält. dass es aber schon geschwächte gibt ist aus seiner perspektive wohl nicht vorstellbar und doch wahr.
Jede/r die helfen dieses Grundrecht auf Teilhabe voranzubringen sind zu begrüßen. Werde dieses Buch lesen. Der Anspruch auf ein Grundeinkommen für alle steht für mich aus Christlich- Sozialder- Wirtschaftlicher und Demokratischer Sicht außer Frage
Gibt es ein Land auf dieser Erde und ist es dort auch noch so schön muß sich verdammt daran messen lassen wo die ärmsten Menschen stehen
Zitat
Ich auch.
Ab sofort.
Unbedingt.
Was für Alternativen haben wir denn ?
Ist jemand zufrieden mit dem Ist-Zustand, außer den Wohlhabenden ?
Eine Frage an alle die Kinder haben: wäre es für euch ok, wenn die Tochter bzw der Sohn vom System ausgenutzt und verarscht wird ?
Oder sollten wir nicht lieber aufwachen und versuchen die Gehirnwäsche abzustreifen damit wir plötzlich erkennen, daß wir in unserer materiellen Gesellschaft schon so konditioniert wurden, daß sogar der Wert von Menschen dem materiellem angepasst wurde.
Menschen kann man nicht einfach so in nützlich und nutzlos einteilen und ihnen einen "Marktwert" zuordnen.
Wir sprechen von Lebewesen unserer eigenen Specie !
Solange wir als Gesellschaft uns dermaßen breit gemacht haben, daß wir das vorhandene Land KOMPLETT unter uns, nach dem Motto "wer hat, der hat" aufgeteilt haben, und somit niemandem der Staubkorn einer Chance bleibt, ein zu unserem System alternatives Leben zu führen, solange sollten wir nicht einfach erlauben, daß jedes Neugeborene Baby ein zukünftiger Sklave unserer Gesellschaft sein wird, ohne im die Grundlage für seine Existenz zu garantieren.
Jetzt komme mir nicht wieder so eine Intelligenzbestie um zu fragen: wie soll daß denn bezahlt werden ?
Geld spielt hier überhaupt keine Rolle !
Es geht um Güter, und davon ist genug für alle da.
Unser Geldsystem kann sowiso nicht noch mehr PERVERTIERT werden, als es ohnehin schon passiert.
Nur zu einem winzig kleiner Bruchteil wird Geld heutzutage noch als Tauschmittel benutz, dafür wozu es vorgesehen ist. Zum größten Teil wird es ZWECKENTFREMDET um einigen Wohlhabenden so viel Zinsen und Profi zu generieren, bis der Notarzt kommt.
Perverser geht es nicht mehr.
Zuerst führen wir das Grundeinkommen ein, und geht es erst richtig los mit den bitte notwendigen Reformen.
Dank den Autoren für diese umfassende Studie. Es ist an der Zeit, groß vom Menschen zu denken und entsprechende Einrichtungen zu treffen.
Eine vielversprechende Lektüre. Zwei interessante Autoren, ein spannendes Thema. Hoffentlich liegt das Buch bald gut sichtbar in jeder Buchhandlung aus.
Es ist die logische Konsequenz aus dem Wegfall der Arbeitplätze.
Die andere Alternative wäre ein grundlegend anderes Verteilungssystem der produzierten Güter und Produktionsmittel, die nicht auf Geld aubaut.
Die dritte Alternative freilich ist Verelendung und Sklaverei.
1.000 Euro für Jeden. Freiheit - Gleichheit - Grundeinkommen. Chance oder Risiko? Kommentieren Sie!
Ich bin dafür.
Ab sofort.
Gerne.
Kommentar
In den meisten Medien wird anscheinend
endlos darüber diskutiert,wie zukunfts-fähig wir als Menschen(?!)denn sein können und es erweist sich z.b. in
Deutschland, dass alles getan wird, um die Chimäre Vollbeschäftigung am Laufen zu halten.Geht das Alte nicht, kommt ein neues Konstruckt;und immer weiter und weiter....
Zukunftsfähigkeit hat meines Erachtens mit Schöpferkraft zu tun.
Um diese zu erhalten und auszubauen
mindestens schon für unsere Kinder und für die um sie Sorgenden, ist doch eine materielle Grundlage ohne wenn und aber allein notwendend, damit unsere Kultur oder wie sie bezeichnet werden kann, nicht weiter
den Bach runtergeht.Die "konkrete"Idee des Grundeinkommens a la Götz Werner ist die beste Alternative zurzeit.
Bedingungsloses Grundeinkommen ist eine notwendige Weiterentwicklung unserer sozialen Verhältnisse und unbedingt notwendig!
Die Verhältnisse in unserem 'hoch zivilisierten' Land ändern sich: Wieviele Menschen zunehmend (mit oder ohne Arbeit) ihren Lebensunterhalt nur schlecht oder nur mit fremder Hilfe unter erbärmlichen Lebensbedingungen bestreiten können, erscheint in kaum einer Statistik, aber ein aufmerksamer Beobachter kann dies im Alltag sehen. Schnell wachsende Zahlen von Suppenküchen, Flaschensammler in den Städten, alte Menschen, die trotz Gebrechen noch arbeiten müssen, weil die Rente nicht reicht, das alles kann man tagtäglich beobachten, wenn man aufmerksam ist. Eine Gesellschaft wie die Deutsche sollte sich bei weiterhin steigendem Bruttosozialprodukt über solche Zustände schämen!
Aber wir dürfen nicht denken, dass die Einführung eines Bedingungslosen Grundeinkommens alle Probleme lösen wird. Es wird auch weiterhin Menschen geben, die sich einen persönlichen Vorteil verschaffen.
Soziale Verhältnisse sind so, wie die Menschen der sozialen Gemeinschaft sie machen:
« Das Heil einer Gesamtheit von zusammenarbeitenden Menschen ist um so größer, je weniger der einzelne die Erträgnisse seiner Leistungen für sich beansprucht, das heißt, je mehr er von diesen Erträgnissen an seine Mitarbeiter abgibt, und je mehr seine eigenen Bedürfnisse nicht aus seinen Leistungen, sondern aus den Leistungen der anderen befriedigt werden. » (R. Steiner)