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Ein Kommentar von Michael Mentzel
Zum siebten Mal wird in diesem Jahr der Förderpreis Ökologischer Landbau verliehen. Damit werden Betriebe ausgezeichnet, deren Konzeption eine besonders innovative und nachhaltig orientierte Praxis erkennen lässt. Das bezieht sich sowohl auf einzelne herausragende Leistungen als auch auf gesamtbetriebliche Konzeptionen. Der Sinn eines solchen Preises ist Ansporn und Verpflichtung zu umweltverträglichem Handeln und damit zur Erhaltung der Lebensgrundlagen des Menschen. Er wurde unter der rot-grünen Regierung und einer Ministerin geschaffen, die sich engagiert für die Förderung des ökologischen Landbaus eingesetzt hatte. Dass der Einsatz für eine veränderte Landwirtsschaftspolitik Früchte getragen hat, ist trotz aller Kritik an der derzeitigen Praxis (z.B. veränderte Förderpraxis für umstellungswillige Landwirte) nicht zu übersehen. Vieles ist noch zu tun, um eine wirklich nachhaltige Wende herbeizuführen, wobei die Disskussion um die Grüne Gentechnik und die damit verbundenen kritischen Fragen wohl an erster Stelle steht, aber dennoch ist festzustellen, dass es in wenigen Jahren zu einem Umdenkungsprozess gekommen ist, der sichtbar und im Wortsinne "essbar" ist. Die Professionalisierung der Bio-Branche im Hinblick auf die Vermarktung ist ein konsequenter Schritt zum Wandel, wenn auch für "Hardcore-Ökos" manchmal die Annäherung an den "Mainstream" nicht immer ganz einfach nachzuvollziehen ist. Auch ist das Thema Ökologie schon lange kein Reizthema mehr und die Exotik des Alternativen ist einem Pragmatismus gewichen, der sich nicht zuletzt durch krawattentragende Besucher der Bio-Fachmessen auszeichnet.
Ein solcher Förderpreis, der mit der Summe von 25.000 Euro ausgelobt ist, kann deshalb auch darauf hinweisen, dass es immer noch viel zu tun gibt und die Anstrengungen zur Förderung des ökologischen Landbaues nicht eingestellt werden dürfen. Die in diesem Jahr ausgezeichneten Betriebe sind jedenfalls der Beweis dafür, dass der Verbraucher nicht schlecht bedient ist, wenn er Lebensmitteln den Vorzug gibt, die nicht nur das Biosiegel tragen, sondern hinter denen auch eine Erfahrung steht, die den Bio-Landbau erst zu dem gemacht haben, was er heute ist.
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