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Andreas Molau kein entlassener Waldorflehrer? von Michael Mentzel
Kennen Sie den? Kommt ein Redakteur zum Praktiker und fragt nach Satzfarbe. "Satzfarbe?" "Genau, Satzfarbe. Ein Anwalt hat mir nämlich geschrieben, ich müsse einen Satz streichen." Haha. Ein gewisser Andreas Molau schickt mir - über seinen Anwalt - eine Abmahnung. Dabei hatte ich nur geschrieben, was Andere scheinbar ohne weitere Folgen vermerkt hatten, nämlich das Andreas Molau ein "entlassener" Waldorflehrer sei. Huch, das stimmt nicht? Und der Hinweis darauf ist ehrverletzend? Natürlich wollen wir Herrn Molaus Ehre nicht abschneiden, denn eine solchermaßen verkürzte Ehre ist natürlich ein Makel, der einen NPD-Funktionär noch sein ganzes zukünftiges Leben verfolgen kann. Was aber nun tun? Im Unterschreiben von Unterlassungserklärungen haben wir bei Themen der Zeit nur bedingte Erfahrung. So oft kommt das ja nun auch wieder nicht vor. Gleichwohl, ist er nun entlassen oder nicht? Der NDR meldet am 31.7.2007 in einer Pressemitteilung: "Molau war von 1996 bis 2004 als Lehrer für Deutsch und Geschichte an der Waldorfschule in Braunschweig angestellt. Ihm wurde gekündigt, nachdem er einen Urlaubsantrag gestellt hatte, um eine Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter der NPD-Fraktion im sächsischen Landtag aufnehmen zu können." Im "Netz gegen Nazis" lese ich: "Als er sich 2004 beurlauben lassen wollte, um bei der NPD-Fraktion in Sachsen arbeiten zu können, folgte die Kündigung. "Wir haben ihn verkannt", sagt Geschäftsführer Michael Kropp heute." Wohl wahr, muss man sagen, aber immerhin hat man dann erfreulicherweise die Konsequenzen daraus gezogen, denn der Herr Molau schreibt in einem offenen Brief auf einer NPD-Seite (LINK unten) selbst: "Nachdem meine Zusammenarbeit mit der nationaldemokratischen Zeitung »Deutsche Stimme« bekannt wurde, folgte die Kündigung und ich durfte mich noch nicht einmal von meinen Klassen verabschieden."
Nun bleibt mir eigentlich nur noch übrig, den Unterschied zwischen einer Entlassung und einer Kündigung herauszuarbeiteten und dazu habe ich, ehrlich gesagt, überhaupt keine Lust. Vielleicht gibt es ja auch keinen. Und außerdem: Satzfarbe habe ich auch nicht gefunden. Auch bei Obi nicht. Nun, lassen wir den Satz einfach ungestrichen. Schön ist jedenfalls, dass er kein Waldorflehrer mehr ist, der Herr Molau. Und in meinen Augen sowieso nie einer war, falls ich daran einmal erinnern darf.
www.npd-kw.de/offener-brief-von-andreas-molau/40
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