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Peter Andreas Mothes zum Gedenken von Regina Reinsperger
Peter Andreas Mothes wurde am 5. August 1935 in Wiesbaden geboren und erlebte dort, wo der Rhein von Ost nach West fließt, in der Wärme und dem Licht eines uralten Weinlandes seine ersten Kindheitsjahre, bevor die Familie nach Leipzig zog und später durch die Kriegswirren bedingt ins Kleine Walsertal übersiedelte. Im Kleinen Walsertal empfing er intensive Eindrücke durch die Lichtverhältnisse und die Schönheit dieser grandiosen Bergwelt, die ihn durchs Leben begleiteten. 1947 lebte er vorübergehend in einem kleinen Ort am Rand der schwäbischen Alb, dort begegnete er als Schüler seinem Kunstlehrer Kirchner, bei dem er nach bestandenem Abitur ein Jahr lernte, obwohl er eigentlich vorhatte, gleich Architektur zu studieren. Anschließend ging er nach Wien um an der dortigen Akademie zu studieren und gleichzeitig studierte er an der Universität Wien die Fächer Philosophie, Psychologie und Pädagogik. Durch das reichhaltige Musikleben in dieser Stadt entdeckte er, dass auch die Musik Quelle und Inspiration für die bildende Kunst sein kann. Nach zwei Jahren Wien beendete er sein Studium in Karlsruhe. Seinen Lebensunterhalt verdiente er zunächst durch grafische Gestaltungen von Pralinenpackungen, Buchillustrationen, Plakaten und ähnlichem. 1967, anlässlich einer Ausstellung in Stuttgart, kam der Architekt der Waldorfschule Engelberg mit der Frage zu ihm , ob er den Neubau künstlerisch ausmalen wolle. Mit großer Freude hat er damals diese Aufgabe aufgegriffen und ausgeführt. Diese Arbeit wirkte so überzeugend, dass er daraufhin zahlreiche Aufträge aus dem In- und Ausland in diesem Bereich bekam. Der nachhaltige Durchbruch gelang dann 1979 als er nach einem Vortrag in Straßburg den Auftrag erhielt, ein Versicherungsgebäude architektonisch zu konzipieren und großzügig künstlerisch zu gestalten. Seit dieser Zeit arbeitete er schwerpunktmäßig im Bereich öffentlicher Bauten. So gestaltete er das Foyer des Deutschen Fußballbundes in Frankfurt/M, die Flure und Gänge der Kliniken Eisenach und Bad Salzungen, ein Relief und die Gänge im technischen Rathaus in Heilbronn, und ein großes Wandgemälde in der Salierhalle in Winterbach, um nur einige von den zahlreichen Aufträgen, die auch von Privatfirmen kamen, zu nennen. "Mein Anliegen bei der "Kunst am Bau ist es, Wärme und Schönheit in die Umgebung des lernenden und arbeitenden Menschen zu bringen“ beschrieb Mothes diese Tätigkeit. Seine Haupttätigkeit war aber die Arbeit im Atelier. "Es gibt keinen Tag in meinem Leben, an dem ich nicht gemalt habe." erzählte er, und: "Vielen Anthroposophen male ich nicht anthroposophisch genug und den Anderen male ich zu anthroposophisch. Ich bin Anthroposoph, aber ich male so, wie Peter Andres Mothes eben malt." In der Zurückgezogenheit und Stille seines Ateliers fand seine künstlerische Entwicklung statt. So malte er in seinen Anfangsjahren durchaus gegenständlich oder im Stile Feiningers, schuf Holzschnitte und probierte die verschiedenen Maltechniken: Öl, Aquarell oder Acryl, die er alle beherrschte. In den letzten Lebensjahren malte er überwiegend abstrakte Bilder. Der Fotokünstler Michael Eggert nannte sie: "Seelische Räume" - Mothes schafft eine Art Farb-Knäuel, die einen Innenraum bilden, in den das Licht fällt. Die entstehende "Innerlichkeit" wirkt nie abgeschlossen. Es ist, als würde er die Balance zwischen Innen und Außen, zwischen Geschlossenheit und Öffnung bildnerisch suchen." Peter Andreas Mothes, der seine Bilder mit PAM signierte, beschrieb sein künstlerisches Anliegen so: "Was aber veranlasst mich, Kunst zu schaffen? – Jenes unsäglich beglückende Gefühl, sich im Strom des Werdens zu wissen und zur Gestaltung verhelfen, was letztlich Verdichtung auf der Leinwand sucht. Das kann – und war es auch viele Jahre hindurch – durchaus an Gegenstände erinnern, bleibt aber letztlich bei mir meist im reinen Farb – Form – Schaffen als quasi "Schöpfung aus dem Nichts."" In den letzten 30 Jahren hatte P.A. Mothes viele, auch internationale Ausstellungen seiner Bilder und erhielt in Paris anlässlich einer Ausstellung in der "Galerie du Museé" die Silbermedaille für Verdienste in der Malerei. Zudem gab er regelmäßige Malkurse in anthroposophischen und nicht-anthroposophischen Studienhäusern in Deutschland und der Schweiz, in denen er auch Laien ans Malen heranführen wollte: "Jeder kann malen" war seine Devise. Peter Andreas Mothes hatte vom 15.-22. Juni noch einen seiner regelmäßigen Kurse über Ölmalerei im Studienhaus Rüspe gehalten. Auf dem Rückweg nach Hause besuchte er in Kassel die Familie seines Sohnes Aurel, der am Johannitag seinen Geburtstag feierte. Dieses Fest erlebte er noch im Kreise seiner Familie und verstarb dann völlig unerwartet in der Nacht vom 24. zum 25. Juni: in der ausklingenden Johanninacht erlebte er seine große Wandlung. Am 1. Juli fand in Kassel die Bestattungsfeier der Christengemeinschaft für ihn statt.
Bilder von Peter Andreas Mothes sind auf seiner Homepage zu finden: http://www.p-a-mothes.de
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