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Europa: ELIANT beim Endspurt

975.000 Stimmen für ELIANT. Nur noch 25.000 Stimmen bis zu einer Million.

mm/tdz. - Fast 975.000 Menschen in Europa haben inzwischen - online oder auf Papiererklärungen - ihre Zustimmung zu einem Projekt mit dem Namen ELIANT gegeben. ELIANT steht für "Europäische Allianz von Initiativen Angewandter Anthroposophie" und diese Allianz wird als NGO (Nichtregierungsorganisation) in Brüssel eine Plattform mit der Möglichkeit bieten, sich stärker als bisher am gesellschaftspolitischen Diskurs in Europa beteiligen zu können.

Worum geht es konkret bei ELIANT? Es geht um die Wahlmöglichkeiten der Konsumenten in Europa, die durch Beschlüsse der Europäischen Union stark eingeschränkt werden. Wer aufmerksam verfolgt, wie die Entscheidungen im Rahmen der EU zustandekommen und aufgrund welcher Interessenlagen diese Entscheidungen vorbereitet werden, wird sehr schnell merken, dass es um mehr geht, als um die Durchsetzung partieller Interessen einer bestimmten Gruppe. Bei immer mehr Menschen setzt sich die Erkenntnis durch, dass die freien Wahlmöglichkeiten in fast allen gesellschaftlichen Bereichen immer stärker eingeschränkt und reglementiert werden. Beispielsweise müssen nach der EU-Richtlinie 2006/125, die in nationales Recht umgesetzt ist, auch biologisch-dynamisch hergestellter Demeter-Säuglingsnahrung künstliche Vitamine zugesetzt werden. Damit, so ELIANT, geht "dieser Nahrung die Eigenschaft eines reinen Naturprodukts verloren." Auch sei es Patienten in Holland bereits seit 2009 nicht mehr möglich, alle anthroposophischen Arzneimittel zu bekommen, die in einer deutschen Apotheke frei zu kaufen seien. Denn die Verkehrsfähigkeit der Anthroposophica gemäß der EU-Richtlinie 2001/83/EG sei noch nicht angemessen geregelt.

Erklärtes Ziel der Initiative ist es, auf der Grundlage der Lissabonner Verträge die rechtlichen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit auch die Initiativen der angewandten Anthroposophie in Europa verkehrsfähig bleiben und sich weiterentwickeln können. Dr. med. Michaela Glöckler, Mitgründerin der Allianz fasst es zusammen: "Am Wesentlichsten erscheint mir, dass rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen werden, die es Eltern ermöglichen, selbst entscheiden zu können, wie sie ihr Kind erziehen lassen wollen, die es jedem möglich machen, die Medizin zu wählen, zu der er oder sie Vertrauen hat, und wirtschaftliche sowie landwirtschaftliche Produkte auf dem Markt zu fördern, die für nachhaltige Pflege von Erde und Umwelt Sorge tragen. Ich bin Jedem dankbar, der diese Aktion mit seiner Unterschrift unterstützt." Daneben gelte es, so Thomas Göing, der die Aktivitäten von ELIANT koordiniert: "Gemeinsam mit anderen Organisationen einen Beitrag zu leisten für mehr Lebensqualität und gesunde Arbeitsplätze in Europa."

Es geht also darum, die Räume zu entwickeln, in denen eine Mitwirkung an den zum Teil weitreichenden Entscheidungen ermöglicht wird. Die Allianz ELIANT ist einer dieser Räume, in denen Menschen und Organisationen zusammenfinden können, die an einem freien Austausch der Meinungen und Zielsetzungen interessiert sind, dessen Ergebnisse dann in die Entscheidungsprozess einfließen können. Notwendig dazu sind jedoch 1.000.000 Menschen, die durch ihre Unterschrift die Bereitschaft bekunden, diese Allianz zu unterstützen. Die Zahl der an diesen Fragen interessierten Menschen geht weit über das anthroposophische Spektrum hinaus, was auch an der beachtlichen Anzahl der bisher geleisteten Unterschriften abgelesen werden kann.

Bis Ende Oktober wollen die Initiatoren die letzten 25.000 Stimmen noch zusammenbekommen und hoffen darauf, dass alle anthroposophischen Initiativen in Europa noch einmal alle Kräfte mobilisieren, um dieses Ziel zu erreichen. Dazu werden auch soziale Netzwerke wie beispielsweise Facebook genutzt.

Wer sich weiter über ELIANT informieren möchte kann das hier tun

 

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