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Erklärung der Anthroposophischen Gesellschaft in Deutschland

zu den Rassismusvorwürfen gegen Rudolf Steiner und die Anthroposophie

Mit einer Erklärung hat heute der Vorstand der anthroposophischen Gesellschaft in Deutschland (AGiD)zu den gegen die Anthroposophie und Rudolf Steiner erhobenen Rassismusvorwürfen Stellung genommen. Obwohl an dieser Stelle vielleicht schon die Frage erlaubt sein muss, wie denn die "ernsthafte Prüfung von Inhalt und Kontext" gestaltet werden könnte, veröffentlichen wir hier die Erklärung ohne weitere Kommentierung.

Der Vorstand der Anthroposophischen Gesellschaft in Deutschland e. V. gibt folgende Erklärung ab:

Eine humane Wissenschaft des freien Menschen

Anthroposophie fragt nach den historischen und gegenwärtigen Entwicklungsbedingungen des freien Menschen. Sie versteht sich als humane Wissenschaft menschlicher Individualität; so ist ihr jeder Rassismus und jede Ausgrenzung von Menschengruppen fremd.
Rudolf Steiner hat in seinem Werk die Grundlagen für ein solches Selbstverständnis des Menschen geschaffen. Sein Ziel war die Überwindung von Unfreiheit und Grenzen, die aus Definitionen von Gruppenhaftigkeit und Rassenzugehörigkeit entstehen. Die von Rudolf Steiner am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts verwendeten Formulierungen sind dabei selbstverständlich zeitgebunden. Im heutigen Sprachempfinden kann an einigen Stellen der Eindruck einer rassebezogenen Ausdrucksform entstehen; ernsthafte Prüfung von Inhalt und Kontext wird aber jederzeit eine gegenteilige Intention erkennbar machen.

Die Praxis der Anthroposophie in verschiedensten Einrichtungen z. B. der Pädagogik, Therapie und Forschung dokumentiert diese Verpflichtung gegenüber dem freien Menschen in Zielsetzung und Zusammenarbeit. 

Für den Vorstand
der Anthroposophischen Gesellschaft in Deutschland
Dr. Wolf-Ulrich Klünker, Mechtild Oltmann,
Hartwig Schiller, Justus Wittich