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Endstation. Alles Aussteigen!

ein Kommentar von Michael Mentzel

Es ist nur noch eine Frage von Tagen oder Wochen, bis der deutsche Michel sein kollektives Gedächtnis an der Pforte des Ministeriums für Umwelt und Reaktorsicherheit abgibt. Warum nicht noch ein bisschen mehr Atomkraft? Tschernobyl hat uns doch auch nicht geschadet. Uns doch nicht! Und so wird wieder munter mit den Ängsten der Menschen vor dem Versorgungsengpass spekuliert, bis Frau Merkel und am Ende gar der arme Herr Gabriel zu der Auffassung zu kommen, dass Atomkraft die Lösung für alle Energieprobleme bedeutet. Immerhin sagen die Umfragen, dass die Mehrheit der Deutschen einen "langsamen" Atomausstieg befürwortet. So what. Warum dann überhaupt noch vom "Ausstieg" sprechen? Nennen wir die Dinge beim Namen. Atomkraft ist Fortschritt. Und Fortschritt ist Zukunft. Die Festbeleuchtung in den Städten zur Weihnachtszeit signalisiert auch Fortschritt und Zukunft. Und überhaupt, auch der Porsche Cayenne und der VW Tuareg und die Geländewagen von Mercedes und Volvo signalisieren Aufbruch und Lebensqualität. Da wirft man doch nicht wegen ein paar lumpiger Kilowattstunden den Brennstab ins Korn. Die Mehrheit der Deutschen ist schließlich auch dafür, auf deutschen Autobahnen 200 kmh zu fahren. In Deutschland ist alles schön bunt und außerdem haben wir eine Demokratie. Da entscheidet immer noch die Mehrheit. Tja, kann man wohl nix machen. Oder vielleicht doch?