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 |  | | Foto: www.jedem-kind.de |
Eine besonders engagierte Initiative hat es geschafft, ein nachhaltiges Projekt in die Welt zu stellen. Unter dem Namen "Jedem Kind ein Instrument" hat sich die Musikschule Bochum mit Hilfe der Zukunftsstiftung Bildung in der GLS Treuhand bereits im Jahre 2003 die musikalische Förderung von Kindern und Jugendlichen auf die Fahnen geschrieben.
Musik wirkt sich positiv auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen aus und fördert neben Konzentration, Ausdauer und der Bereitschaft zum Üben und Lernen auch die Ausbildung sozialer Kompetenzen und die Fähigkeit zur inneren Beweglichkeit. Dies haben anerkannte Studien in diesem Bereich längst festgestellt. Was in einer "bildungssensiblen" Phase im Grundschulalter versäumt wurde, kann später kaum auf- oder nachgeholt werden. Der unmittelbare Umgang mit einem Instrument entfaltet eine besondere pädagogische Wirkung. Dennoch war es bisher schwierig, gerade in Grundschulen einen Unterricht anzubieten, der diesen Umständen Rechnung tragen konnte. Denn an Grundschulen sind kaum Musiklehrer vorhanden, der Musikunterricht findet eher selten statt und wenn, wird er meist - zwar mit großen Engagement - aber dennoch fachfremd erteilt.
Das Projekt, das jetzt von der Kulturstiftung des Bundes im Rahmen der "Kulturhauptstadt Europas 2010 in Essen und dem Ruhrgebiet" mit 10 Millionen Euro unterstützt wird, möchte hier Abhilfe schaffen. Auf der Webseite der Musikschule heißt es: "Die Musikschule Bochum und die Zukunftsstiftung Bildung sind davon überzeugt, dass bereits der einjährige Kontakt mit einem Musikinstrument - ein Jahr vorbereitet - tiefe positive Wirkungen für die Kinder hat. Die Erfahrung, sich mit einem Instrument auseinander zu setzen, Widerstände zu überwinden, mit den eigenen Händen und Atem Musik zu formen und gemeinsam mit anderen zu lernen ist überaus wertvoll."
Die Kulturstiftung des Bundes ist ebenfalls überzeugt von der positiven Wirkung der Ausbildung musikalische Fähigkeiten: "Ästhetische Erfahrungen und kulturelle Kompetenz sind die wichtigsten Ressourcen für die Weitergabe des kulturellen Erbes", sagte Hortensia Völckers, die künstlerische Direktorin der Stiftung anlässlich der Pressekonferenz zur Projektvergabe.
Die in Bochum bereits erfolgreich praktizierte Idee wird von der Kulturstiftung weiter entwickelt und schafft ein flächendeckendes Angebot für alle Grundschüler in der Region Ruhrgebiet. Damit wird ein deutliches Zeichen gesetzt, wie sich kulturelle Bildung als Grundversorgung etablieren kann.
Insgesamt 212.000 Schülerinnen und Schüler werden regelmäßig einen qualifizierten Musikunterricht auf Musikinstrumenten ihrer Wahl erhalten. Das Projekt ist über 4 Jahre von der 1. bis zur 4. Grundschulklasse angelegt und wird mit dem Schuljahr 2007/2008 beginnen. Geplant ist eine intensive Zusammenarbeit von Grundschulen und Musikschulen vor Ort. Ab dem 3. Schuljahr werden die Kinder dann in Orchestern zusammen spielen. Die Instrumente werden leihweise zur Verfügung gestellt. Bei dem Kulturhauptstadtprogramm 2010 werden dann gemeinsame Orchesteraufführungen einen großen Raum einnehmen.
Nach Ansicht der Kultur-Stiftung könnte dieses Projekt modellhaft auch in anderen Kulturhauptstädten Europas Interesse wecken. Umgesetzt wird das Programm von der Kulturstiftung des Bundes gemeinsam mit dem Land NRW, den Kommunen des Ruhrgebiets sowie der Zukunftsstiftung Bildung der GLS Treuhand.
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