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Journalisten "bloggen das Revier". Andreas Lichte bei den Ruhrbaronen.
mm/tdz. - Wenn Journalisten bloggen, darf zu Recht ein gewisses Maß an Professionalität erwartet werden, der Leser wird sich im Allgemeinen darauf verlassen können, dass die Lektüre journalistischen Standards entspricht, die Recherche sauber durchgeführt wurde und zwischen Kommentar und Bericht unterschieden wird. Wenn es im Header eines Blogs heißt: "Journalisten bloggen das Revier", kann man davon ausgehen, dass hier Informationen über die Region Rhein-Ruhr zu finden sind, die unter Umständen in der "normalen" Presse nicht zu finden sind. Was aber mag wohl die "Ruhrbarone", inspiriert haben, dem notorischen Anthroposophen-Gegner Andreas Lichte ein Forum zu bieten, auf dem er seine sattsam bekannten und redundanten Beiträge sowie Links zur Lage der Waldorfschulen im Allgemeinen und zu Rudolf Steiner und der Anthroposophie im Besonderen zum Besten geben kann? Immerhin reagieren inzwischen sogar einschlägige "Skeptikerblogger" ziemlich genervt, wenn Andreas Lichte im Kommentarstrang auftaucht.
In mindestens zwölf Städten des Ruhrgebiets gibt es eine Waldorfschule. Da wäre es noch nicht einmal ungewöhnlich, über diese Schulen etwas zu erfahren. Denn nach der Lesart Lichtes müssen diese Schulen ja geradezu der Hort des Bösen schlechthin sein. Journalisten bloggen das Revier? Was läge also näher, als dort zu recherchieren oder davon zu berichten? Hier aber herrscht Funkstille, was entweder darauf hindeuten könnte, dass es nichts "Investigatives" zu berichten gibt oder dass die Ruhrbarone Herrn Lichte tatsächlich ernst nehmen.
Nachdem im Zuge des NRW Wahlkampfs nicht zuletzt durch die Ruhrbarone Bewegung in die regionale NRW-Blogsphäre gekommen war, scheint inzwischen mit Ausnahme der Berichterstattung über die Katastrophe bei der Loveparade in Duisburg eine gewisse Langeweile bei den Ruhrbaronen eingetreten zu sein. In der Antwort auf einen Kommentar zu einem seiner Beiträge schreibt Stefan Laurin: "Mir geht es auf die Nerven in einer Region zu wohnen, die keine Zukunft hat. Und die sich daran auch nicht stört. Und es geht mir zunehmend mehr auf die Nerven." Worte, die sich aus dem Munde des Chefredakteurs eines PR-Portals für die Region, dem "Wirtschaftsmagazin Ruhr", nicht gerade motivierend anhören.
Nun könnte es ja sein, dass es den anderen Autoren ähnlich geht und deshalb bringt man auch Verständnis dafür auf, dass sich die Ruhrbarone wichtigeren Themen zuwenden, wie jüngst wirklich gravierenden Problem, so genannte Blister-Verpackungen zu öffnen. Manchmal möchte man den Ruhrbaron Laurin allerdings auch fragen: Gehts noch platter? Ja, es geht. Zitat: "Viele unserer Leser sagen uns 'Schreibt doch mal was Nettes über die Waldorfschulen. Da ist nicht alles schlecht. Da lernt man tolle Sachen.' Ja, zum Beispiel das Buchstabentanzen. Eine praktische Sache. Ist man zum Beispiel mit dem Flugzeug abgestürzt kann man so schnell und präzise auf dem Boden liegend Botschaften ans Suchflugzeuge übermitteln. Allerdings sollte der Pilot auch ein ehemaliger Waldorfschüler sein."
Ca. 30 freie Journalisten schreiben unter dem Label Ruhrbarone. Einer der Gründer des Blogs, der Journalist David Schraven, ist inzwischen bei der WAZ-Gruppe festangestellt. Da das Blog nach Aussage von Stefan Laurin (".. alle arbeiten für lau..") ein offensichtlich durch keine Zuwendung von außen finanziertes Projekt ist, liegt es vielleicht auch daran, dass sich in Bezug auf den Nachrichtengehalt der Beiträge eine gewisse Müdigkeit eingestellt hat, die durch die eher langweiligen Beiträge eines Andreas Lichte weder besondere "Erleuchtung" aufscheinen lässt, noch in der Anthro-Szene weitergehendes Interesse hervorruft. Die eventuell erhoffte - und erwartete? - Beteiligung durch Diskussionsbeiträge von Anthroposophen scheint jedenfalls bei dieser Art Journalismus nicht zustande zu kommen.
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