Themen der Zeit
 Suche  | Links  | Kontakt  | Impressum 
 
 
 
 
 

 


 

zur Nachrichten-Übersicht


Die Bewegung bewegt sich

20.09.2010

Atomkraft, Grundeinkommen und anderes. Die Forderungen nach einer echten Teilhabe am politischen Geschehen werden in allen Bereichen stärker. Anti-Atom-Demonstration, Woche des Grundeinkommens und Stuttgart 21.

mm/tdz. - Der Entschluss, den Ausstieg aus einer Technologie zu vollziehen, die nachweislich keine Zukunft hat, war den Energiekonzernen schon von Beginn an ein Dorn im Auge. Nichts wurde unversucht gelassen, an diesem Ausstieg zu rütteln und ihn rückgängig zu machen. Dass es am Ende auch noch gelingen könnte, ist einer Regierung zu verdanken, die versucht, ohne Rücksicht auf die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger ihre Beschlüsse gemeinsam mit der jeweiligen Interessenvertretung durchzusetzen und dabei nicht auf die Zukunft, sondern auf ihre noch verbleibenden Jahre starren, in denen sie etwas "gestalten" wollen. Dabei scheinen sie nicht zu bemerken, dass ihnen langsam aber sicher die Puste ausgeht und das Wahlvolk sein Recht auf Partizipation einfordert.
Immer stärker individualisiert sich der Mensch und löst sich damit von den Zwängen, persönliche Entscheidungen von den Meinungen anderer abhängig zu machen. Und anders als es den Entscheidern lieb ist, wollen diese Menschen plötzlich in den verschiedensten Bereichen unserer Gesellschaft mitreden. Der neue Schwung, der der Anti-AKW Bewegung zurzeit gewaltig Wind in die Segel bläst, fällt aber nicht vom Himmel direkt in die Demonstrationen im Berliner Regierungsviertel, sondern dürfte auch der Tatsache geschuldet sein, dass eine große Anzahl Menschen es nie aufgegeben hat, immer und immer wieder ihre Stimme gegen diese Technologie zu erheben.

Parallelen sind in der Grundeinkommensbewegung zu erkennen. Auch hier ist zu bemerken, dass die Zahl der Anhänger, Sympatisanten und Aktivisten stetig ansteigt. HartzIV ist zwar, wie es Götz Werner treffend ausdrückt, "offener Strafvollzug", aber die Angst der Betroffenen vor den "Wärtern" macht einer immer präsenter werdenden Bewegung Platz, die nicht mehr so leicht zu übersehen ist, wie noch vor einigen Jahren. Selbstbewusst wird in den verschiedensten Zusammenhängen an diesen Fragen gearbeitet, durchaus mit Erfolg. In der kommenden "Woche des Grundeinkommens" werden sich an vielen Orten Menschen zum Austausch mit anderen treffen, phantasievolle Aktionen planen und durchführen. Die e-petition zur Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens von Susanne Wiest wird am 8. November vor dem Petitionsausschuss öffentlich verhandelt. Für den 6. November ist eine große Demonstration in Berlin geplant.

Die "Bestimmer" pochen einerseits auf die Gültigkeit von demokratischen Entscheidungen wie beispielsweise in Stuttgart, ignorieren andererseits aber ohne Skrupel die Beteiligung von Bürgern am politischen Meinungsbildungsprozess. Die Verantwortlichen und eine scheinbar übermächtige Wirtschaftslobby, die mit am Tisch der Regierenden hockt und die Krisen herbeiphantasiert, tun sich selbst und denen, die von ihnen immer noch abhängig sind, keinen Gefallen, wenn sie so weitermachen wie bisher. Nicht in Fragen der Atomkraft, nicht bei Fragen einer menschenwürdigen Grundsicherung und schon gar nicht bei den Fragen der Gestaltung der persönlichen Lebensbereiche und der Umwelt. Aber auch, wenn sie die Augen davor verschließen mögen, es ist nicht zu übersehen: Die Bewegung bewegt sich.

 

Diskussion

5 Kommentare

Seite 1 von 1 1

#5 Thomas Oberhäuser schrieb am 27.09.2010 10:37

Damit sich die Bewegung nicht im Kreis bewegt, muß sie sich so organisieren, dass die Interessen umgesetzt werden!

Und wie macht man das?

Das muss Inhalt von Vernetzungsaufgaben sein. Wie vernetzt man die einzelnen Initiativen so, dass die dadurch gewonnene zusätzliche (Menschen)Energie das bewirkt, was man vorhat. Also z.B. die Idee des bGE in die Tat zu bringen.

 

Es muß also eine sinnvolle Vernetzung der bGE-Initiativen geleistet werden. Meiner Einschätzung nach geschieht dies noch nicht genügend.

 

Das "Wahlvolk und sein Recht auf Partizipation", sowie die "Beteiligung von Bürgern am politischen Meinungsbildungsprozess" ist noch immer Ausdruck einer sich gnädigst öffnenden Parteien-Demokratie. Diese wird jedoch abgelöst durch eine sich bereits bildende Bürgerdemokratie. In dieser gibt es nur noch "das Volk, das gesellschaftlich-politisch entscheidet".

#1 Manfred schrieb am 20.09.2010 18:24

Hoffentlich bewegt sich die Bewegung nicht im Kreis!

#2 NeeleMarie schrieb am 21.09.2010 09:16

und es fliessen noch viel mehr Bewegungen mit, die aus gleicher Haltung heraus, das Leben wieder mehr in Eigenverantwortung, überhaupt als Souverän mitgestalten wollen. Z.B. der Berliner Wassertisch, der sich wehrt, dass eine Regierung Geheimverträge und den Verkauf des Allgemeinguts Wasser unbefristet durchzieht, so dass Tatsachen geschaffen werden, die weder eine neue Regierung noch der betroffene Souverän juristisch ändern kann, weil für immer vertraglich (geheim!) festgelegt. Wie perfide ist das denn? Promis mischen sich dazu ein, weil unbegreifbar! berliner-wassertisch.net. Es gibt die Allmende-Bewegung, die Gemeinschaftsbildung (Familienfarmen)und und. check it out im Web!

#3 feinsand schrieb am 21.09.2010 13:10

Das Volk bewegt sich!

Guter Artikel + guter Kommentar. leider kann ich als Nichtberliner den Wassertisch nicht unterstützen, obwohl das Thema ja von grundsätzlicher Bedeutung ist.

Leider konnte ich Susanne Wiest nicht wählen, da nicht in Greifswald ansässig; u.s.w..

Man schliesst uns aus, wo es nur geht, aber lange geht das nicht mehr!

#4 alfonlein schrieb am 22.09.2010 12:53

Es ist nicht zu übersehen, das Volk erwacht endlich aus dem Tiefschlaf.

Ich gehe davon aus das sich diese Entwicklung zunehmend beschleunigen wird, da auch die Probleme des Systems zunehmen.

Leserkommentare


reklame

tdz jetzt bei twitter
steiner2011
werbung_tdz
daruf. podcast