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Jan Plagge zum neuen Präsidenten von Bioland gewählt
mm/tdz. - Der nach eigenen Angaben "führende ökologische Anbauverband in Deutschland", hat einen neuen Präsidenten. Dies teilte der Verband in einer Pressemitteilung mit. Jan Plagge, der neue Mann an der Spitze, ist für Bioland kein Unbekannter. Er war bisher für Bioland als Berater für Umstellungs- und Anbaufragen tätig und hatte die bundesweite Bioland-Beratung aufgebaut und geleitet. Jetzt löst er Thomas Dosch ab, der während der letzten 12 Jahre die Geschicke des Verbandes maßgeblich mitbestimmt hatte. Die Präsidentenwahl findet alle fünf Jahre auf einer Bundesdelegiertenversammlung statt.
Neben Jan Plagge, der im ersten Wahlgang bereits mit großer Mehrheit gewählt wurde, hatte sich Alexander Gerber, der derzeitige Geschäftsführer des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) sowie der bisherige Präsident Thomas Dosch um das Amt des Präsidenten beworben.
Die Taz hatte im November 2010 darüber berichtet, dass vier von acht Landesverbänden massive Kritik an Thomas Dosch geübt und versucht hätten, ihn abzuwählen. Obwohl ihm eine gute Arbeit in Bezug auf die Außendarstellung des Verbandes bescheinigt wurde, sei es ihm nicht gelungen, schrieb die Taz seinerzeit: "den Landesverband Baden-Württemberg in den 2008 umstrukturierten Gesamtverband zu integrieren." Dosch und "seine Verbündeten" hätten den Verband reformieren und unter anderem auch durch den Abbau von Doppelstrukturen "effizienter" machen wollen. Die Landesverbände aber hatten offensichtlich befürchtet, in Bezug auf ihre Mitgliedsbeiträge nicht mehr autonom bleiben zu können. Auch hatte man Dosch "soziale Kompetenz" abgesprochen und seine Amtsführung kritisiert.
Die Delegierten hatten Thomas Dosch zwar das Vertrauen ausgesprochen, intern aber seien die Querelen weitergegangen, so dass es jetzt, bei der turnusmäßigen Wahl, zur Abwahl von Thomas Dosch gekommen sei. Nicht zuletzt deshalb, so Insider: "weil die Delegierten endlich wieder in Ruhe arbeiten wollten."
Der neue Präsident Jan Plagge dankte Thomas Dosch für sein "außerordentliches Engagement" während der letzten 12 Jahre und betonte, dass er sich "in den kommenden Jahren mit ganzer Kraft für die Interessen unserer Mitglieder einsetzen (werde). Es kommt jetzt darauf an, gemeinsam und geschlossen die Herausforderungen in der Agrarpolitik anzugehen und die Stellung von Bioland am Markt auszubauen."
Der Bioland e.V., der neben dem Demeter e.V. zu den beiden bekanntesten Öko-Anbauverbänden in Deutschland gehört, vertritt die Interessen von über 5.400 biologisch wirtschaftenden Mitgliedsbetrieben und über 900 Partnern in Verarbeitung und Handel nach innen und außen.
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