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Gestern Anne Will gesehen. Respekt und Heldentod? Lasst uns über den Rückzug der Bundeswehr aus Afghanistan reden. von Max Michels von den beatagenten
In der Zeitung lese ich, die Bundeswehr werde hin und wieder in schwere Gefechte verwickelt und hätte in der letzten Zeit einige Personalverluste zu verzeichnen. Und es gäbe auch noch Verletzte. Alle sind entsetzt, erschüttert und erbost; man spricht von Hinterhalt und feigem Anschlag. Da ist es gut, so meine ich, dass "unsere" Männer seinerzeit nicht in diesen "feigen Hinterhalt" bei den zwei geklauten Tanklastern geraten sind. Das hätte doch Tote geben können. Gar nicht auszudenken. Unangemessen oder gar Zynismus?
Als ich diese Worte vor einiger Zeit aufschrieb, war ich wütend. Wütend auf alle, die glauben, mit Gewalt Probleme lösen oder die Welt verändern zu können. Wütend auf eine Versammlung von Volksvertretern, die uns mit von Freiheit und Demokratie stolzgeschwellter Brust weismachen wollen, dass derlei militärische Einsätze die Probleme der Welt lösen könnten. Ha Ha ha. Ich lach mich tot.
Nun sehe ich bei Anne Will eben diese Volksvertreter, wie sie "Respekt" einfordern von mir und einer nicht näher benannten Öffentlichkeit. Ich sehe einen "postraumatisierten" Oberstleutnamt, der ebensogut Pressereferent des Verteidigungsministers hätte sein können. Einen Minster Niebel, der trotz schöner Worte "entwicklungshilf-los" wirkte. Und ich sehe einen Roger Willemsen, dem wohl anzumerken ist, dass er Mühe hat, seine Worte richtig zu setzen, um nicht die hier versammelten "Fachleute" einmal so richtig anzubrüllen. Einen Gregor Gysi, dem ich es abnehme - ich höre schon den Aufschrei der Heldenfraktion - was er unter Respekt versteht. Ich höre, fast wie aus dem Off, das "respektvolle" Zetern von Kerstin Müller, die mir die Absicht, bei der NRW-Wahl vielleicht grün zu wählen, einigermaßen schwer macht; ich höre ein Publikum, dass irgendwie immer zu allem klatscht, was ihm vorgesetzt wird.
Und ich werde schon wieder wütend und sage: Lasst uns diesen Zustand am Hindukusch, der gegen jede Achtung der Menschenwürde verstößt, beenden. Gehen wir auf die Straße, sagen den Damen und Herren dieser "unserer" Regierung, was wir von ihnen erwarten. Respekt vor der Würde aller Menschen und das Nachdenken darüber, wie dieser Zustand, den niemand zu wollen scheint, beendet werden kann. Lasst uns über den Rückzug der Bundeswehr aus Afghanistan reden.
Die Menschen, die eines guten Willen sind, sollten sich von denen, die mit ihren Argumenten von vorgestern militärische Einsätze rechtfertigen, nicht einschüchtern lassen. Es mag sein dass die Hardliner und Helden-Versteher dem Volk mit ihrer Auffassung von Freiheit und Demokratie hier und da imponieren mögen. Vergesst es. Ich sage es wieder und wieder: Seid Sand, nicht Öl im Getriebe der Welt (Günther Eich). Oder mit Wolfgang Borchert und Konstantin Wecker: Sag Nein!
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