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2.3.2012 Alex Jacobowitz

IN BORCHEN SCHLOSS HAMBORN

 



Hier ein Bericht über einen Auftritt in Hannover:

Alex Jacobowitz in Hannover

01.03.2011

Vier Schlegel und fünf Oktaven

In der vollbesetzten Kirche St. Heinrich in Hannover erlebte ein begeistertes Publikum einen hervorragenden Ausnahmekünstler.
von Barbara Handke

"Ich bin Alex aus New York und das ist meine Frau, das Xylophon". So stellte sich sich am 20. Februar Alex Jacobowitz seinem Publikum in der St. Heinrich Kirche in Hannover vor. Und dann spielte er das berühmte Air von Johann Sebastian Bach aus der 3. Suite für Orchester auf der Marimba. Mit nur 4 Schlegeln und fünf Oktaven gelingt es ihm so zu spielen, als habe er ein ganzes Orchester vor sich und das macht seine Musik aus: er lässt sein Publikum vergessen, dass sein Instrument normalerweise den Percussionsinstrumenten zugerechnet wird, er macht aus der Marimba ein Soloinstrument für klassische Musik, transkribiert Werke von Bach, Mozart, Beethoven und Satie für sein Instrument und man gewinnt fast den Eindruck, sie seien nie für andere Instrumente geschrieben worden.

Zwischendurch plaudert er mit seinem Publikum, erzählt von seiner "Frau, dem Xylophon" und von sich: Erst mit 19 Jahren lernte er sie kennen, als er in New York klassisches Schlagzeug studierte, und verliebte sich sofort in den warmen Klang des Holzes. Seinen Professor fragte er, was er tun müsse, um ein Weltklasse-Soloxylophonist zu werden. Sein Professor lachte ihn aus: so etwas gäbe es gar nicht. Da beschloss Alex Jacobowitz, einer zu werden.  


Alex Jacobowitz, ein Weltklasse-Soloxylophonist

Nach seinem Studium in New York begann Alex als Schlagzeuger beim Jerusalemer Symphonieorchester, vermisste jedoch in der Orchesterarbeit die direkte Beziehung zum Publikum. Er verließ das Orchester und ging mit seinem Instrument auf die Straße. Seit mehr als zwanzig Jahren arbeitet er nun in den Sommermonaten als Straßenmusiker, daneben gibt er Konzerte, wie das hier in Hannover, oder er wird in Schulen und ähnlichen Einrichtungen eingeladen. Sieben Alben hat er bereits herausgebracht, seine Musik ist bei iTunes zu finden, er hat unzählige Fernsehauftritte gehabt, sogar ein Buch hat er schon geschrieben.

Jacobowitz ist auch ein Klezmer. Unübersehbar ist die Kippa, sind die Schläfenlocken. Und er berührte sein Publikum in Hannover tief, als der von der Alhambra erzählte, der alten Festung im heute spanischen Granada, in der vor den Spaniern Juden und Muslime in Frieden miteinander lebten. In Erinnerung an diese Zeit und an diesen Frieden spielte er Francisco Tárrega, "Recuerdos de la Alhambra" (Erinnerungen an die Alhambra).

Musikalisch blieb er an diesem Abend noch ein wenig in Spanien und "Leyenda" von Isaac Albéniz löste begeisterten Applaus aus. Mit Musik aus seiner Tradition, der jüdischen, verabschiedete Jacobowitz sich von seinem Publikum: "Firn di Mechatonim Aheim", ein Stück, mit welchem die Eltern der Braut nach jüdischen Hochzeitsfeiern nach Hause geleitet werden.  

http://www.alexjacobowitz.com

 

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