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Teilnehmer der Ökodorf-Konferenz in SEKEM |

In der Nähe von Kairo - auf dem Gelände der SEKEM-Farm - fand die erste Konferenz zum Thema Ökodorf-Gestaltung in Afrika statt Die Farm liegt am Rande des fruchtbaren Nildeltas, das dort auf die trockene Wüste Ägyptens trifft und so diese beiden Pole symbolisch zusammen bringt.
mm/tdz. - Wer bei uns in Deutschland das Wort "Ökodorf" hört, denkt unwillkürlich an "Sieben Linden", "Kommune Kaufungen" oder "Lebensgarten Steyerberg". Initiativen, die sich mit der Frage alternativer Lebensstile auseinandersetzen und nach neuen Wegen suchen, ökologisch orientierte und solidarische Gemeinschaft zu leben. International vernetzt sind alle diese Projekte im ständig wachsenden Global Ecovillage Network (GEN), so dass hier weltweit ein Austausch über neue Wohn- und Lebensformen stattfinden kann, die auf Gemeinsamkeit und Langfristigkeit ausgelegt sind. GEN umfasst dabei sämtliche Kulturen, Länder und Kontinente.
Auch in Nordafrika widmen sich Menschen diesem Thema, das angesichts immer größerer Krisen der Weltwirtschaft drängender denn je zu werden scheint. Ein Leuchtturmprojekt dürfte wohl unbestritten die Initiative SEKEM in der Nähe von Kairo sein, gegründet von Ibrahim Abouleish, dem Träger des alternativen Nobelpreises 2003.
Gemeinsam mit SEKEM hat jetzt GEN die erste Konferenz zum Thema Ökodorf-Design in Afrika organisiert. Mitte November kamen mehr als sechzig Teilnehmer auf der SEKEM-Mutterfarm zusammen, um sich in Workshops über Wege zur "Stärkung von gemeinschaftsbasierten Ansätzen zur Förderung nachhaltiger Entwicklung in Nordafrika" auszutauschen und Lösungsansätze zu diskutieren. Die Themen dieser Workshops reichten von der Diskussion über den Ausbau des derzeit stark expandierenden GEN Afrika Netzwerks, bis zur Besichtigung des Modellprojekts zur Unterflurbewässerung in SEKEM.
Es liegt nahe, dass der ökologische Landbau bei der Entwicklung alternativer Projekte ein großes Anliegen ist, denn gerade der biologische Landbau spielt bei der Erreichung von Klimaschutz- und Nachhaltigkeitszielen eine nicht unerhebliche Rolle. Immer wieder wird deutlich, dass mit konventionellen Methoden der Raubbau an der Natur nicht zu stoppen ist und dass durch die so genannte Grüne Gentechnik und die Eingriffe in die natürlichen Wachstumsprozesse durch Saatgutkonzerne keine Verbesserung der Versorgung der dort lebenden Menschen zu erreichen ist.
Es gäbe wohl kaum einen passenderen Ort als SEKEM für eine solche Zusammenkunft, sagte Bianca Fliss, eine der OrganisatorInnen innerhalb SEKEMs; und sie hob hervor, dass es zum ersten Mal gelungen sei, "eine repräsentative Anzahl von führenden afrikanischen Vertretern verschiedener Nachhaltigkeitsinitiativen zusammenzubringen, die gemeinsam über nachhaltige Lebensstile diskutierten. (...) Wenn wir den Schwung und das Momentum dieser Veranstaltung aufrechterhalten können, kann die Ökodorf-Bewegung - mit der Hilfe von SEKEM und GEN - viel Gutes tun für ein besseres Leben aller Afrikaner."
Entsprechend positiv war dann auch das Feedback der Konferenzteilnehmer, von denen die meisten aus den nordafrikanischen Ländern Algerien, Marokko, Sudan, Süd-Sudan, Tunesien und Ägypten kamen. Auch Vertreter der Demokratischen Republik Kongo, Äthiopien, Ghana, Senegal und Südafrika hatten sich eingefunden.
Finanziell unterstützt wurde die Veranstaltung, die sich über drei Tage erstreckte, vom Deutschen Auswärtigen Amt als Teil eines größeren finanziertes Projektes zur Förderung von Nachhaltigkeitsinitiativen in Nordafrika. Dabei hat GEN die Federführung inne und SEKEM unterstützt das Projekt als lokaler Partner.
Die SEKEM-Firmengruppe wendet einen Teil ihrer Gewinne für die Aktivitäten der SEKEM Stiftung auf, die Schulen, ein medizinisches Zentrum und eine Forschungsakademie in Ägypten betreibt.
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