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Ökolandbau: Vernetzung und Entwicklung . Besonderes Engagement für "Leben aus gesunder Erde". Karl Werner Kieffer-Preis für Felix Prinz zu Löwenstein. von Immo Lünzer
Die Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL) feierte am 2.12.2011 ihr 50-jähriges Bestehen mit 250 Gästen in Bad Dürkheim. Dabei wurde der Karl Werner Kieffer-Preis an Dr. Felix zu Löwenstein - einem der engagiertesten Vertretern der ökologischen Agrarkultur - verliehen.
Ende Oktober 1961 gründete Karl Werner Kieffer (1912 - 1995) - damals Vorstandsvorsitzender der G. M. Pfaff AG in Kaiserslautern - eine Stiftung, die er zum Gedenken an den Firmengründer "Georg Michael Pfaff Gedächtnisstiftung" nannte. Die Stiftung engagierte sich zunächst vor allem für neue Impulse in Bildung und Gesundheit. 1975 initiierte K.W. Kieffer mit seiner Frau Dagi zwei weitere Stiftungen: die "Stiftung Ökologischer Landbau" und die "Stiftung Mittlere Technologie". Diese drei wurden1991 zur "Stiftung Ökologie & Landbau" vereinigt. Die SÖL ist gemeinnützig, neutral und unabhängig; angesiedelt ist sie seit 1990 in Bad Dürkheim.
Die Schwerpunkte haben sich im Laufe der Zeit verändert und wurden den aktuellen Erfordernissen angepasst: Mitte der 1970er Jahre wurde das Engagement verstärkt im Bereich der ökologischen Agrarkultur und Technik. Zu den Schwerpunkten zählen hier insbesondere die Koordination des Erkenntnis- und Erfahrungsaustausches, sowie das Erschließen und Verbreiten von Informationen für Entscheidungsträger in Wissenschaft, Praxis und Beratung. Die Stiftung hat über 150 Bücher und zahlreiche Broschüren publiziert und gibt seit 1977 die Zeitschrift 'Ökologie & Landbau' heraus.
1991 erfolgte der Zusammenschluss der drei Stiftungen zur Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL) und damit eine klare Fokussierung auf die ökologische Agrarkultur; Ende 1998 hat die Stiftung das Gut Hohenberg bei Annweiler erworben und zum Seminarbauernhof für Schüler- und Erwachsenenbildung ausgebaut.
Die Vernetzung der verschiedenen Akteure im Biolandbau war immer wieder eine wichtige Aufgabe. Besonders erwähnenswert ist dabei die Vermittlung der Experten biologisch-dynamischer und organisch-biologischer Landbaumethoden in zahlreichen Rundgesprächen, die 1984 zu gemeinsamen Rahmenrichtlinien und 1988 zur Gründung der AGÖL (ArbeitsGemeinschaft Ökologischer Landbau) führte - deren Nachfolgeorganisation heute der BÖLW (Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft) ist.
Im Rahmen der Feierlichkeiten zum Jubiläum der Stiftung wurde Dr. Felix Prinz zu Löwenstein (BÖLW-Vorsitzender und Ökolandwirt aus Habitzheim) mit dem Karl Werner Kieffer-Preis ausgezeichnet, der mit 10.000 Euro dotiert ist. Damit würdigt die SÖL Löwensteins besonderen Einsatz für die gesellschaftliche Anerkennung des Öko-Landbaus sowie für eine Agrarkultur ohne Gentechnik. Sein kürzlich erschienenes Buch 'FOOD CRASH - Wir werden uns ökologisch ernähren oder gar nicht mehr' (tdz) hat bereits viel Beachtung erhalten. Dr. Robert Hermanowski hielt eine eine eindrucksvolle und kurzweilige Laudatio über den Preisträger.
Zu Wort kamen außerdem noch Ulrike Höfken, Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten des Landes Rheinland-Pfalz, sowie Dr. Lutz Spandau vom Bundesverband Deutscher Stiftungen und der Bioland-Präsident Jan Plagge.
In ihrer Begrüßungsansprache betonte Dagi Kieffer, dass sich die Stiftung sich künftig verstärkt für den Erhalt einer Landwirtschaft einsetzen will, die von bäuerlichen Werten geprägt ist, die verantwortlich mit den Lebensgrundlagen wie Boden und Wasser umgeht, eine artgemäße Tierhaltung praktiziert und den Menschen ein gesundes Lebensumfeld sichert. SÖL-Vorstand Dr. Uli Zerger erläuterte, dass die SÖL im nächsten Jahr Gesprächsforen für die Biobranche anbieten will, um gemeinsam Perspektiven zu entwickeln.
Dr. Ulrich Hampl, der Leiter des Seminarbauernhofes, betonte, dass die Stiftung weiterhin dazu beitragen will, dass sich mehr Bauernhöfe für Besucher öffnen und damit zu Lern-Orten werden, an denen der Wert umweltgerechter Landwirtschaft für die Gesellschaft unmittelbar erfahrbar wird.
Mehr Infos über die Stiftung www.soel.de
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